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Der Integrale Ansatz

Das Vier-Quadanten-System mit seinen 8 Perspektiven

In verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen wird gegenwärtig der Integrale Ansatz diskutiert und weiterentwickelt, in Wissenschaft und Theorie ebenso wie auch in der praktischen Anwendung.

Zu den integralen Vordenkern in Europa zählt u. a. der Kulturphilosoph Jean Gebser, der be­reits 1953 in seinem Werk „Ursprung und Gegenwart“, den Begriff des „Integralen“ einführte und die nächste Stufe der kulturellen Entwicklung postulierte.Gebser stand in Kontakt mit bebedeutenden Persönlichkeiten sei­ner Zeit, wie C. G. Jung, Werner Heisenberg, Pablo Picasso und Garcia Lorca. Er hielt Vorlesungen am Institut für angewandte Psychologie in Zürich und war Professor für vergleichende Kulturlehre in Salzburg.

Im Jahr 1977 veröffentlichte ein junger Amerikaner names Ken Wilber, sein erstes Buch mit dem Titel Spectrum of Consciousness. Es handelte sich dabei um den bis dahin kaum unternommenen Versuch, die westliche Psychologie des Unbewussten mit der östlichen Erfahrung überbewusster Seinszustände in eine systematische Gesamtschau zu bringen. Das Werk wurde sofort ein Bestseller und fand 1983 als Das Spektrum des Bewusstseins auch im deutschsprachigen Raum interessierte Leser. In dem Buch lieferte Wilber ein interdisziplinäres Modell, das die verwirrende Vielfalt der verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen in eine schlüssige Ordnung stellte. Er zeigte zugleich, dass alle geisteswissenschaftlichen Schulen Recht haben, wenn auch nur in Teilbereichen.

1995 überzeugte Wilber dann seine Leser erneut von seinem enzyklopädischen Wissen mit Eros, Kosmos, Logos – Eine Vision an der Schwelle zum nächsten Jahrtausend, einem Werk über die evolutionäre Entwicklung von der Materie zum Leben, zum Geist und darüber hinaus. Eine intellektuelle „tour de force“, die höhere Komplexität als Grundtendenz der Evolution erkennt und eine kreative Synthese bisheriger Erklärungsmodelle der Wirklichkeit lieferte. Damit war einStandardwerk für ein Modell einer umfassenden Weltsicht geschaffen, einer Theorie, die jedem Bereich des Lebens Raum widmet: Der inneren Entwicklung ebenso wie dem Fortschreiten in den Bereichen Gemeinschaft, Gesellschaft und Wissenschaft. Ein Perspektivenmodell, das im Laufe der Jahrzehnte immer weiter entwickelt und differenziert wurde.

Bisher publizierte Wilber über zwanzig weitere Bücher, die – in dreißig Sprachen übersetzt – weltweite Verbreitung finden und ist damit der meistübersetzte akademische Autor der USA.

Zur gesellschaftlichen Umsetzung und Weiterführung der integralen Vision gründete Ken Wilber in Boulder, Colorado, das Integrale Institut, gemeinsam mit bekannten Vertretern aus Wissenschaft, Kultur und Religion. Politiker wie Bill Clinton oder Al Gore befassen sich mit dem Integralen Modell, ebenso Künstler wie Anselm Kiefer, DEES, oder der Bestsellerautor John Grey und die Wachowski-Brüder (Produzenten des Films Matrix).  

Links:
www.kenwilber.com
www.integralinstitute.org
www.integralnaked.org