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Integrale Tage in Frankfurt (am Main) 2.9. - 4.9. 2005

„Stell’ dir vor -
du begegnest an wunderschönen Spätsommertagen und Abenden
über hundert verschiedenen Menschen, verbringst mit ihnen zusammen das Wochenende in einer ansprechenden Umgebung und erlebst ein ebenso abwechselungsreiches wie interessantes Tagungsprogramm“ 

so in etwa lässt sich das beschreiben, was sich vom 2.9. bis 4.9.2005 im Frankfurter Stadtteil Niederursel ereignete.

Der Arbeitskreis Ken Wilber in der DTG e.V. AK) hatte zu einer integralen Tagung eingeladen, über 100 TeilnehmerInnen hatten gebucht, und so trafen wir uns in den Räumlichkeiten eines anthroposophisch geführten Hauses unter dem Motto „Regional  Global  Integral“.
Nach einer Begrüßung und einem ersten Kennenlernen erfolgte ein „update“ bezüglich der neuesten Entwicklungen am Integralen Institut und der integralen Szene im deutschsprachigen Raum. Das Abendprogramm war kulturell gestaltet, zuerst eine Eurythmie-Performance (Berta Christi Heisterkamp), und dann ein Gitarrenduokonzert (Armin Ruppel, Michael Habecker).

Nach den Morgenübungen Samstag früh hatte man am Vormittag die „Qual der Wahl“ zwischen 9 verschiedenen Arbeitsgruppen (Aufstellung siehe unten). Die Ergebnisse dieser Gruppen wurden dann nach den Essen im Plenum vorgestellt, was vielen TagungsteilnehmerInnen die Gelegenheit bot, vor dem Plenum aktiv zu werden, und was die unterschiedlichen Angebote zusammenführte.

Nachmittags dann ein atmosphärischer wie auch inhaltlicher Höhepunkt das Telefoninterview mit Ken. Gewohnt locker und dabei hochkonzentriert beantwortete er eine Frage nach der anderen, charmant übermittelt von Monika Frühwirth. Nach eineinhalb Stunden fragten wir - besorgt um seine Gesundheit nach dem schweren Unfall vor 4 Wochen - nach, ob er weitermachen wolle  doch Ken war bereits wieder gut in Form und - wie schon in Bremen -  locker und  vergnügt („Was ist los mit euch, ihr werdet doch nicht schlapp machen?“) und stand uns noch für weitere 30 Minuten zur Verfügung. Dann mussten wir aus organisatorischen Gründen verabschieden. Zum Abschluss führte er uns spontan in eine One Taste Meditation. Die Spannung und Intensität dieser zwei Stunden entlud sich dann in einem donnernden Schlussapplaus und Jubel, und die Tagung war um ein Erlebnis reicher. (Durch eine improvisierte Simultanübersetzung von Michael Habecker konnte auch diejenigen, die dem Originalton nicht folgen konnten, am Gesagten teilhaben).

Beim kulturellen Abendprogramm entspannten wir uns dann. In einer Clown-Performance (Dirk Püschel) wurde wunderbar leicht der „Ernst“ des Integralen spielerisch transzendiert, und danach sorgte Shmuel Kedi, Sohn arabisch/jüdischer Eltern, an der Gitarre für heiter besinnliche Lieder, und Martin Jessen trug dazu Gedichte von ihm vor. Unter freiem Himmel bei Kerzenlicht zogen sich „im Hof“ die Gespräche der TeilnehmerInnen danach bis tief in die laue Sommernacht hinein.

Den Sonntag begannen wir wieder mit Morgenübungen, und im Anschluss daran führte uns Dirk durch eine Integrale Ökumene, bei der angeleitete meditative Übungen und dazu vorgetragene Texte aus den spirituellen Traditionen Leib und Seele gleichermaßen ansprachen.

Nach dem letzten gemeinsamen Mittagessen trafen wir uns erneut als Gruppe, wo wir von Johannes Drummer durch eine bewegende Austauschrunde geführt wurden („Talking Stick“), welche die Tagung beendete.

Aus dem Vielen, was sich ereignete, hier noch ein paar Eindrücke:

Ein Generationsbogen spannte sich von Prof. Edith Zundel, der großen Pionierin der transpersonalen Bewegung, der wir sehr viel zu verdanken haben, über die zweite Generation, bis hin zu den jungen Integralen bei i-move. (Wir hatten die Freude, Edith als Ehrenpräsidentin des AK begrüßen zu dürfen. Weit davon entfernt, sich aufs Altenteil zurückzuziehen, sass sie bei der Tagung schon wieder auf gepackten Koffern, mit dem Ziel Boulder/Colorado, zum Epizentrum der integralen Bewegung).

Hilde Weckmann, Initiatorin und Leiterin der Stiftung EIA (European Integral Academy) sah man unermüdlich im Gespräch, entweder mit potentiellen Sponsoren oder aber mit Projektinitiativen, die Interesse an einer Kooperation mit der Stiftung haben.

ISBerlin hatte für eine Diplomarbeit einen Fragebogen zu Spiral Dynamics vorbereitet, den die TeilnehmerInnen ausfüllten, was uns alle daran erinnerte, dass man z.B. Modelle von Bewusstseinsentwicklung nur dann diskutieren kann, wenn es Menschen gibt, die Untersuchungen durchführen, um derartige Modelle zu erstellen.

Für einen internationalen „Farbtupfer“ sorgte der Australier Mark Edwards, der sich als Wilber-Kritiker (u.a. auf der www.integralworld.net von Frank Visser) einem Namen gemacht hat.

Zwei der hinsichtlich Wilber Themen profiliertesten Zeitschriften im deutschsprachigen Raum waren auf der Tagung durch ihre Chefredakteure vertreten. Tom Steininger von What Is Enlightenment, und Jens Heisterkamp von der Info 3, was auf eine zunehmende öffentliche Verbreitung integraler Themen hoffen lässt, ein Schwerpunktthema des AK, welches Mia von Waldenfels aktiv betreut.

Frank (Spade) sorgte mit seiner Kamera dafür, dass die Eindrücke dieser Tage der Nachwelt erhalten bleiben, und last not least - wollen wir uns bei den unermüdlichen OrganisatorInnen des AK Frankfurt vor Ort bedanken, die man trotz emsiger Hintergrundarbeit kaum bemerkte, ein Zeichen für einen reibungslosen Ablauf.

Liebe Sonja Student (und Team), vielen Dank  - es war wunderbar!


Die abgehaltenen Workshops waren:

  • Integrales Business - Gerd Klostermann
  • Integrale Medizin - Dr. Reinhard Lasser
  • Integrales Coaching - Guido Fiolka
  • Integrale Lebensführung - Michael Habecker
  • Spiral Dynamics integral- ISBerlin
  • Integrale Psychotherapie - Edith Zundel
  • Integrale Pädagogik - Heinz Raab, Sonja Student
  • Spirituelle Brücken: Wilber / Steiner / Cohen - Jens Heisterkamp (Info 3) und Tom Steininger (WIE)
  • "I-Move: Junge Integrale Initiative" - Dennis Wittrock



So weit eine „Innenansicht“ dieser Tage. Die Intentionen der Veranstaltung können wie folgt zusammengefasst werden: Die Ziele: Wir sind die, auf die wir gewartet haben. Die Fachtagung hatte das Ziel, den Stand der integralen Bewegung in Deutschland nicht nur zu erfassen, sondern auch weiterzuentwickeln.

Es ging um:

  • Interdisziplinarität
  • evolutionären "Drive"
  • um Partizipation aller Beteiligten
  • und um die gemeinsame Verantwortung für die Evolution.

Die nächste integrale Welle des Bewusstseins kann sich nur durch uns manifestieren. Ob und wie das geschieht, hängt von unseren Einsatz ab.

"Wir sind die, auf die wir gewartet haben!" Unter diesem Motto fasste Sonja Student von der Integralen Initiative Frankfurt (IIF) für das Veranstalterteam das Tagungskonzept zusammen. In einer Ausstellung der Regionalgruppen und Fachgruppen im Arbeitskreis konnten sich alle Teilnehmer über die Aktivitäten des Arbeitskreises informieren und ihr Wissen in einer integralen Rallye unter Beweis stellen.