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10.9.2010 : 0:42 : +0200

INTEGRALES FORUM

ArbeitsKreise Ken Wilber

Entstehung und Entwicklung

Seit 1998 haben sich in verschiedenen Städten von Deutschland, der Schweiz und Österreich, kleinere und grössere Arbeitskreise und Gruppen gebildet, deren Teilnehmer und Teilnehmerinnen über die Perspektiven Ken Wilbers diskutieren, ILP praktizieren und ihre persönlichen Erfahrungen untereinander austauschen.
Die Mitglieder kommen aus den verschiedensten Berufs-, Ausbildungs- und Altersgruppen. Einige von ihnen fühlen einen Auftrag, Wilbers Werk bekannt zu machen und die von ihm vorgeschlagene Integrale Lebenspraxis (ILP- "Integral Life Practice") in Alltag und Beruf umzusetzen. Sie orientieren sich an den höchsten Perspektiven. Andere wiederum suchen in den Gruppen nur das Gespräch und Information, wollen sich mit Gleichgesinnten verbinden. Die Arbeitskreise sind also weder Fanclubs, dessen Mitglieder sich um ein Idol scharen, noch eine Sekte, die einen "Guru" namens Ken Wilber zu ihrem Vorbild und Lehrer hat.

Frau Prof. Edith Zundel

TeilnehmerInnen eines Seminars über Ken Wilber, das von Frau Prof. Edith Zundel am 14./15. September 1998 in Todtmoos im Rütte-Forum, der Wirkstätte von Graf Dürckheim, durchgeführt wurde, bildeten zuerst in Deutschland einen lockeren, bundesweiten Arbeitskreis zum Leben und Werk Ken Wilbers.

Frau Prof. Zundel, geboren 1928, ist Diplompsychologin, hat Ausbildungen in Klinischer Psychologie, Gesprächstherapie nach Carl Rogers, Katathymes Bilderleben nach Leuner u.a. Sie ist seit vielen Jahren Mitherausgeberin der Zeitschrift Transpersonale Psychologie und Psychotherapie, die immer wieder Beiträge, auch kritische, über Wilbers Thesen veröffentlicht. Zusammen mit Bernd Fittkau und Pieter Loomans hat sie u.a. einige von der Fachwelt beachtete Fachbücher zu diesem noch jungen Bereich einer neuen Psychologie geschrieben (z.B. Spirituelle Wege und Psychotherapie und Psychotherapie und religiöse Erfahrung). Auch mit dem Herder Spektrum-Bändchen Vom Tier zu den Göttern, eine Sammlung von Ken Wilbers wichtigsten Aussagen zur Einführung in sein Werk, ist die heute 74jährige bekannt geworden und ist immer noch eine gern gehörte Gastdozentin. In seinem Buch Mut und Gnade (Seite 205) schildert Ken Wilber seine erste Begegnung mit Edith Zundel in seinem Haus in Boulder/Colorado.

Ausgehend von dem Seminar von Frau Prof. Edith Zundel trafen sich einige Seminarteilnehmer später noch zweimal in München und diskutierten über das Selbstverständnis, die Ausrichtung, Ziele und Entwicklungspotentiale eines Arbeitskreises Ken Wilber, der auch integrale Perspektiven und Ansichten anderer Autoren und Vertreter einbeziehen und diskutieren würde. Hauptinitiator, Aktivator und Leiter war dann drei Jahre lang Gerd Klostermann vom Arbeitskreis München, der seine Funktion im Herbst 2001 an den künftigen Leiter Felix Ginthum in Berlin abgetreten hat.

Aus der ersten Gruppe gingen im weiteren Verlauf regionale Gruppierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hervor. Der Kreis wuchs von 20 Mitgliedern auf heute über 300 und wächst ständig weiter. Inzwischen gibt es regionale Gruppen in München, Berlin, Frankfurt, Wuppertal, Leipzig, Freiburg, Bremen, Köln, Hamburg, Österreich (Wien) und in der Schweiz (Basel), ferner InteressentInnen in Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Spanien.

Einmal jährlich findet ein überregionales Treffen statt, bei dem Impulsreferate zu verschiedenen Themen Ken Wilbers, über Kunst, Psychologie, Politik, Wirtschaft, Philosophie, Spiritualität, Recht, Kultur usw., gehalten und diskutiert werden. 1999 nahmen an dem zweitägigen Treffen in Schmitten bei Wiesbaden etwa 50 Personen teil. Bei den nachfolgenden Tagungen und Kongressen in Berlin (2002), Bremen (2004), Frankfurt (2005) und Chiemgau (2007) waren jeweils zwischen 120-150 Teilnehmern vertreten.

Im Frühjahr 2001 trafen sich einige RegionalkoordinatorenInnen im Haus von Frau Prof. Edith Zundel in Bonn, um sich mit ihr über die Ausrichtung der Arbeitskreise, die Kontakte zu Ken Wilber und seine Vorhaben, besonders über das von ihm initiierte Integral Institut, zu besprechen.

Felix Ginthum (links), der damalige Leiter und Koordinator der Dachorganisation aus Berlin mit dem Autor Detlev Georg Siebert an der Buchmesse in Frankfurt auf dem Stand der Verlage Arbor und edition vidya/Schweiz

Ein weiterer Höhepunkt war im Herbst 2001 die Buchmesse in Frankfurt, wo zugleich drei deutsche Übersetzungen von Wilbers neuesten Bücher präsentiert wurden (Ganzheitlich handeln und Integrale Psychologie vom Verlag Arbor sowie Einfach "Das" vom Verlag Krüger/Fischer). Einige Mitglieder reisten an, um sich über die neuen Angebote zu informieren und mit den Verlegern Gespräche zu führen. Am gemeinsamen Stand vom Verlag Arbor und der Edition Vdya aus der Schweiz wurden zudem erstmals Arbeiten von Mitgliedern aus dem Arbeitskreis gezeigt: Das Print on Demand-Buch "Wir im All - das All in uns" von Detlef Georg Siebert und aus der Edition Vidya vom Herausgeber Johann Munzer das Buch Entfaltung des Bewusstseins - Ken Wilbers Vision der Evolution. Das Buch Wir im All - das All in uns behandelt die Integration von Wissen und Weisheit, Technologie und Ökologie, Physis und Psyche. Entfaltung des Bewusstseins enthält Gespräche über Wilbers frühe Thesen und Ansichten über Involution und Evolution, Prä-/Trans-Verwechslung, die beiden Sündenfälle des Menschen, das Atman-Projekt, die Archetypen, New Age und Dharmakayazeitalter. Die Gespräche werden mit einem weitgehend unbekannten Weisen im Tessin geführt, mit dem sich der Herausgeber gelegentlich traf: Raphael Meriden.

Der "AK Ken Wilber" in der DTG (2002-2006)

Auf den 1. Januar 2002 trat der Arbeitskreis Ken Wilber mit dem Zusatztitel "Integrales Forum" der Deutschen Transpersonalen Gesellschaft (DTG e.V.) bei und konnte für die Administration, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit, die Abfassung und den Versand der Rundbriefe an die stetig zunehmenden Mitglieder der Kreise die Dienstleistungen der DTG in Anspruch nehmen.

Am 14./16. Juni 2002 fand das überregionale Treffen in Berlin statt, mit parallel laufenden Vorträgen und Workshops zu verschiedenen Themen. Der Rahmen wurde durch eine Integrale Struktur gesetzt und es gab Raum für Begegnung und spontane Gruppenaktivitäten. Angeboten wurden Beiträge für die Integrale Praxis (Meditation, Körperübungen, Tanz, Lesungen usw.) und die Präsentation von Projekten und Fachthemen.

Hingewiesen sei auch auf das Engagement der Mediengruppe der Kulturell Kreativen, in der sich einige Redaktionen führender Zeitschriften zu gemeinsamen Aktionen zusammengeschlossen haben. Sie geben dem integralen Gedanken regelmässig mit gemeinsamen Artikeln Ausdruck: Tattva Viveka, Hagia Chora, Novalis, Spuren, Zeit*Punkt, Info3, Transpersonale Perspektiven, Raum & Zeit, KursKontakte, Eurotopia, und ZeitGeist.

Vom AK zum IF

Um die Bereitschaft zum Austausch mit anderen Integralen weltweit zu signalisieren wurde 2006 der Arbeitskreis in INTEGRALES FORUM umbenannt. Zur Ehrenpräsidentin wurde dabei Frau Prof. Dr. Edith Zundel ernannt.
Regionalgruppen treffen sich derzeit in Integralen Salons in Basel, Bremen, Berlin, Bochum, Dresden, Frankfurt, Freiburg, Graz, Hamburg, Karlsruhe, Köln, Linz, München, Nürnberg, Wien und Zürich.

In Fachgruppen, bzw. integralen Initiativen wird der integrale Ansatz im Austausch mit Fachleuten aus Wirtschaft, Medizin, Pädagogik, Psychotherapie, Politik, Kunst, Ökologie, Konfliktforschung und Spiritualität vertieft. In Lesekreisen wird Wilbers Werk reflektiert und in Gruppen für Integrale Lebenspraxis (ILP) eine umfassende individuelle Entwicklung angestrebt.

Hier auf unseren Webseiten finden Sie Übersetzungen noch nicht auf Deutsch veröffentlichter Texte Ken Wilbers, eine Sammlung essentieller Kurztexte,
ein Diskussionsforum, Texten europäischer integraler Denker, aktuelles aus der integralen Bewegung, einschlägige Links und Termine von Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.